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4. Juli 2020

Liebe Schwestern und Brüder in der Pfarrei Sankt Elisabeth,
liebe Besucherinnen und Besucher unserer Kirche!

Sommer- und damit Ferienzeit im Kontext der Pandemiekrise! Für diese Wochen bietet das Evangelium des ersten Sonntags im Juli ein wichtiges Wort des Herrn für uns: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken… denn ich bin gütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.“ (Mt 11,28-29)

Ruhe für die Seele – eine Verheißung Jesu, die wunderbar klingt und doch zumeist leichter gesagt als erreicht wird. Dies hat zur Voraussetzung, dass wir erst einmal äußerlich zur Ruhe kommen.

Dabei mag ein Wort hilfreich sein, das aus unserem Sprachgebrauch fast verschwunden ist: Muße. Das meint die Zeit, die ein Mensch nach eigenem Wunsch nutzen kann. Es ist nicht gleich Freizeit, denn viele unserer Aktivitäten sind doch oft von Fremdinteressen bestimmt, nicht von uns allein. Das lateinische Wort für Muße lautet „otium“, sein Gegenteil heißt „negotium“, was so viel bedeutet wie Geschäftigkeit, Anstrengung, Fleiß, Handel.

Muße bedeutet also, Abstand zu der alltäglichen Mühe zu gewinnen. Neben allen Verpflichtungen und Terminen, denen wir zu obliegen haben, bedarf es eines „Termins mit sich selbst“. Dabei spielt Zeit keine Rolle; Zeiten der Muße folgen keinem Plan und auch keinem inneren Streben.

Für den gläubigen Menschen eröffnet ein Moment der Muße einen Raum für eine tiefe und aufrichtige Begegnung mit Gott. Mein Gott und meine Seele – sonst niemand und nichts! Keine Impulse, von wem auch immer, sondern ein einfaches Da-Sei vor IHM.

Eine solche Grundgestimmtheit wünsche ich Ihnen allen für die kommenden Wochen (und darüber hinaus), um die Einladung des Herrn zu vernehmen, ihr zu folgen und Ruhe zu finden für unsere Seele.

P. Michael